MV Aktive als Notenschlüssel

 

Gegründet wurde der Musikverein Wengerohr am 07. November 1926.
Nachdem die Aktivitäten zu Beginn des 2. Weltkrieges eingestellt wurden, begann man im Jahr 1955 wieder zu musizieren.

Folgende Personen führten den Verein seit 1955 als Vorsitzende: 

  • Johann Spang
  • Walter Valerius
  • Hubert Hayer
  • Hans-Georg Teusch
  • Herbert Mechtel
  • Matthias Linden
  • Seit 2015 Oliver Dillenburger

In den vergangenen neunzig Jahren gab es viele Höhen und Tiefen.
Am schwersten wurde es jedoch um die Jahrtausendwende.
Von vormals 45 Musikerinnen und Musikern blieb nur noch ein Dutzend übrig. Auch für die Vorstandsarbeit gab es immer weniger Interessenten.
Der Verein stand vor seiner Auflösung.

Nachdem sich im Jahr 2001 schließlich doch ein neuer Vorstand fand, wurde der Verein sehr erfolgreich neu aufgebaut.
2006 beschloss der Vorstand die Einstellung eines professionellen Dirigenten. Seither hat auch der musikalische Aufstieg wieder begonnen.

Im Jahre 2016 feierte der Musikverein seinen 90. Geburtstag. In diesem Jahr wurden u.a. ein Benefizkonzert organisiert und ein sehr schönes Jubiläumsfest zusammen mit unseren freiwilligen Feuerwehr auf die Beine gestellt.

2016 hat der Musikverein Wengerohr auch eine neue Dirigentin, Carolin Welter, engagiert. Damit gehen zehn erfolgreiche Jahre mit Mike Neuner zu Ende, dem der Musikverein einen starken Aufschwung in der musikalischen Arbeit verdankt.

Wir sind sehr stolz darauf, heute wieder einen selbstbewussten und zukunftsorientierten Musikverein Wengerohr präsentieren zu dürfen. Derzeit hat der Musikverein Wengerohr ca. sechzig aktive Musikerinnen und Musiker. Davon befinden sich rund zwanzig Kinder, Jugendliche und Erwachsene in einer musikalischen Ausbildung.

Die Geschichte des Musikverein Wengerohr geht weiter, seien Sie herzlich eingeladen, als Musiker, Mitglied, Förderer und Zuhörer teilzunehmen. Wir freuen uns auf Sie!

 

Hier kommt die ausführliche Geschichte des Musikverein Wengerohr, erzählt von unserem ältesten Musikinstrument, einer Tuba:

(… paar) Geschichte(n) vom Musikverein.

Tuba

Aich soll eppes iewer de Musikverein erzeehlen, weil aich als Änzigen seit 1926 dabei sain. Zueecht mos aich maich moal fierstellen: Aich sain de „Jäb“ und sain en Tuba und wailen 90 Joahr alt. Alles wäß aich oach net mieh, weil sei, alsu die Musiker, maich nemmi gebraucht un dann in de Eck gestellt han. Zuletzt han sei maich als Bix fier et Geldsammeln noh dä Konserten offgestellt. Awer en bissi vom däm, watt em Verein pasärt ess han aich doch noch mitkreht.

Su, wailen bemiehen aich meich awer moal hochdeutsch zu schreiwen, weil joa och poar ahneren de Geschichten lähsen wollen.

Der Anfang

Der Anfang des Vereinsgeschehens ist schon gut in der Festschrift vom Musikfest in 1957 niedergeschrieben, daher werde ich diesen Ausschnitt hier wiedergeben.:

So traf ich kürzlich fünf handfeste Leute in Reichweite einer Biertheke. Zufällig hatten sie sich getroffen und erzählten aus alten Tagen. Das hatte ich bald heraus, doch was man wollte, das vermochte ich mir nicht zusammenzureimen. Man erzählte von einem Manne, der mit Eifer einer Blasmusik angehörte, aber kaum eine Spur rhythmischen Gefühls in sich verspürte. Was ihm an natürlicher Begabung fehlte, das suchte er mit erhöhtem Fleiß aufzuwiegen. Dabei half ihm seine Frau, die, so oft er daheim zu seinem Blasinstrument griff, mit kräftigem Wupp - ta - tä das übrige Orchester vertrat.

lch war nahe daran, mir die Zwischenfrage zu erlauben, von was man denn erzähle, als wohl der älteste der Fünf, wir wollen ihn Mattes nennen, das Gespräch aufnahm. „Tja, die Jahre zwischen dem ersten Weltkrieg und 1930 haben doch im Wengerohrer Vereinsleben so vieles entstehen und geschehen lassen, daß man mit Stolz auf jene Zeit zurückblicken kann. Man könnte jene Jahre wohl eine frühe Blüte Wengerohrer Vereinslebens nennen. Da war im Jahre 1919 der Männergesangverein gegründet worden, und das habt ihr ja noch aus der Festschrift zum vorjährigen Feuerwehrfest in Erinnerung, die Freiwillige Feuerwehr hatte damals einen Ausbildungsstand erreicht, der für jene Zeit vorbildlich war". Als Mattes eine kurze Verschnaufpause einlegte, fiel gleich sein Nachbar Pitter mit dem Hinweis ein: „Unseren Musikverein den dürfen wir aber nicht vergessen. Du weißt ja noch, wie uns damals Schneider Mattes, Schmítze Wilhelm und Wagner'sch Adam für die Blasmusik begeistert haben.” Das waren wohl die Leute, denen der Mangel an einer Musikkapelle am meisten auffiel. „Du bist durchaus im Recht, doch der Schäfer Nikla, an den musst Du auch bei Deiner Aufzählung erinnern. Der war damals auch dabei", ergänzte Mattes. Nun, man wurde sehr bald einig darüber, dass diese vier Leute die eigentliche Triebfeder für die Gründung einer Musikkapelle waren. Am 26. November 1926 trafen sich diese Männer mit Gerber Nikolaus, Junk Josef und Rittermeier Johann im Hause des Matthias Schneider. Es waren Männer vom Wort, die sich hier trafen und ihr Wollen Wirklichkeit werden ließen. Man beschloss am gleichen Abend die Statuten, in denen die Rechte und Pflichten der Mitglieder, der Musiker und des Vorstandes genau umschrieben sind. ln der Einführung der Statuten legte man fest, dass der Verein den Namen „Musikverein Wengerohr” führe und am 7. November 1926 gegründet worden sei.

Das so zu Papier gebrachte Wollen musste jetzt in die Tat umgesetzt werden. Einige Musikhandlungen wurden aufgefordert, Probeinstrumente einzusenden, aus denen man sich die besten und preisgünstigsten aussuchen wollte. Es waren kaum 3 Wochen vergangen und díe bestellten Instrumente wurden im Hause des Matthias Schneider abgeliefert. Voller Freude hierüber trafen sich am gleichen Abend alle lnteressenten und verteilten die lnstrumente unter sich. lri der Freude, ein lnstrument zu haben, ließ man die ersten, für Außenstehende und Nachbarn wohl als störender Lärm empfundene Töne hören. Diesen allabendlíchen, mehr oder weniger erfolgreichen Versuchen, den neuen lnstrumenten Töne zu entlocken, setzte die erste Probe ein für die Außenstehenden erfreuliches Ende. Adam Wagner hatte sich bereitgefunden, die Leitung der Kapelle zu übernehmen, und auf seinem reichen Erfahrungsschatze aufbauend, vermochte er es, den Leuten bald das erforderliche Rüstzeug zu vermitteln und aus der Kapelle einen rhythmisch und harmonisch guten Klangkörper werden zu lassen. ln der ersten Probe mußte er schon feststellen, dass nicht alle Instrumente den richtigen Mann gefunden hatten, und so sah er sich wohl oder Übel gezwungen, die Instrumente neu zu verteilen.

Hier sei mal zwischenerwähnt, dass ich da schon dabei war.

Wenn wir bis jetzt nur den Anfang des Musikvereins und der Musikkapelle geschildert haben, so wird doch mancher fragen, wer denn wohl die lnstrumente bezahlt habe. Ja, das war ein Problem. Die lnstrumente wurden zusammen beschafft, und jeder bezahlte sein Instrument selbst. War einer hierzu nicht in der Lage, so war es der Schneider Mattes, der einsprang und für ihn zahlte, und später das Geld in Raten zurückerhielt. Nur ihm ist es zu verdanken, daß in kurzer Zeit der Musikverein die nötigen lnstrumente hatte.

Mit dem Dirigenten Wagner wurde dann eifrig in einem eigens für die Musikproben ausgeräumten Zimmer im Hause des Matthias Schneider geübt.

Es war nicht nur der Reiz des Neuen, was die Musiker zu eifriger Arbeit anspornte. Sie hatten sich das Ziel gesetzt, an Fastnacht 1927 ihr Können in der Öffentlichkeit zu zeigen. Dies ist ihnen auch gelungen. Beim närrischen Umzug durch das Dorf trugen sie zur besseren Gestaltung bei. Durch die inzwischen angeschafften weiteren Instrumente war die finanzielle Lage des Vereins keineswegs günstiger geworden. Deshalb musste jeder, so viel er konnte, helfen. Aus Gründen der Sparsamkeit schrieben alle Musiker nach Vorlage ihre Noten selbst. Diese Arbeit wurde von jedem ohne Murren hingenommen und ausgeführt. Kam diese Sparsamkeit dem Verein auch sehr zugute, so konnte sie doch äußerst unangenehme Folgen haben. Als so der vorhin genannte Fastnachtszug von einer kleinen Regenschauer überrascht wurde, zeigte es sich erstmals, wie gut es ist, wenn Musikstücke bis zum Auswendig-Können gepaukt wurden. Was hätte unsere arme Musikkapelle wohl tun können, als der kurze aber kräftige Regen ihr die selbstgefertígten Notenabschriften auf den Blättern verlaufen ließ?

Da das Wirken der Musikkapelle nicht nur aus Proben bestehen konnte, wagte man sich an den Pfarrer von Bombogen heran und erbat sich, in der Fronleichnamsprozession mitwirken zu dürfen. Aber man fand kein rechtes Gehör, denn von der Musik bei der Prozession war man nicht erbaut. Erst nach mehrmaligem Fragen sagte der damalige Pastor Kaufmann in Bombogen zu, daß die Musikkapelle dabei sein dürfe, „aber nur an der Spitze der Prozession.“

Um der finanziellen Bedrängnisse endlich ledig zu sein, wurde im Jahre 1927 das erste Stiftungsfest gehalten, das gut abschloß und den Verein so vorerst seiner Sorgen enthob.

Wie heute, so knüpfte man auch damals schon freundschaftliche Bande zu dem Bruderverein Dörbach. Diese freundschaftliche Bindung wurde dadurch sehr gestärkt, daß Dörbach und Wengerohr in Herrn Wagner denselben Dirigenten hatten, der die beiden Vereine auch heute noch betreut.

Das Wirken der Musikkapelle nahm in den folgenden Jahren immer mehr zu. ln jedem Jahr wurde das Stiftungsfest gefeiert. Besonders zu erwähnen ist das Stiftungsfest 1932 im Saale Justen in Wengerohr. Dieses Fest hatte soviel Menschen nach Wengerohr gezogen, dass die Feuerwehr zur Aufrechterhaltung der Ordnung im Tanzsaale herangezogen werden musste.

Reichliche Gelegenheit zum öffentlichen Auftreten bot der Musikkapelle die Zeit von 1935 bis 1939. Während der Sommermonate war die Kapelle damals mindestens alle 2 bis 3 Wochen, sei es beim Empfang oder Abschied einer KdF[1]-Reisegesellschaft oder bei der Tanzmusik, sehr beansprucht. Es war überdies selbstverständlich, dass die Musikkapelle bei allen kirchlichen und weltlichen Festen während des Jahres zur besseren Gestaltung beitrug.

Die Musikfeste in der näheren Umgebung waren den Musikern auch sehr am Herzen gelegen, und wenn es sich nur ermöglichen ließ, nahmen sie mit ihrer Kapelle teil.

Das größte Ereignis brachte das Jahr 1934, als der ehemalige Reichspräsident Paul von Hindenburg, mit dem Auto von Lieser kommend, in Wengerohr den Zug bestieg. Bei dem Empfang des greisen Staatsoberhaupíes wirkte der Musikverein Wengerohr nach besten Kräften mit.

lm Laufe der Jahre 1934 bis 1937 musste die Musikkapelle den Verlust eines großen Teiles ihrer Musiker hinnehmen. Infolge Arbeitsmangels in der hiesigen Gegend zogen diese in Industrieregionen, um sich dort den Lebensunterhalt zu verdienen. Auch die Aufstellung einer neuen Wehrmacht zog immer mehr Kräfte ab, so daß das Vereinsleben in den folgenden Jahren vollständig zum Erliegen kam.

Der Dirigentenstab der Musikkapelle war seit 1926 mit nur kurzer Unterbrechung im Besitze des Herrn Adam Wagner. Herr Wagner ist es zu verdanken, dass die Kapelle es vor dem Kriege auf einen beachtlichen Leistungsstand gebracht hatte. Die Bemühungen des Dirigenten um eine leistungsfähige Musikkapelle wurden stets den jeweiligen Vorsitzenden des Vereins wirkungsvoll unterstützt. Hier sei erwähnt, dass ab 1927 Jakob Spang aus Wahlholz die Geschicke des Vereins bis zum Jahre 1949 leitete. Ihm war es auch ein besonderes Anliegen während der Ruhezeiten des Vereins in den Kriegsjahren den Gedanken an den Verein in der Bevölkerung wach zu halten. Als Herr Spang am 27.12.1949 verstarb, da hatte er dafür gesorgt, dass sein Sohn, Herr Johann Spang als Vermächtnis des Vaters den Auftrag übernahm, den Verein möglichst bald wieder aufleben zu lassen.

Wenn ihr euch jetzt fragt, was mit den Musikinstrumenten während der Kriegszeit passierte, so kann ich nur von meiner Seite sagen, dass man mich wohlweislich während des Krieges in einem alten Kamin in Bombogen versteckt hat, damit man mich nicht zu Patronenhülsen oder ähnlichem Kriegsgeschirr verarbeiten konnte.

Der Neubeginn nach dem II.Weltkrieg

lm Januar 1955 lud Herr Johann Spang alle Interessenten ein, ihre Meinung über das Wiederaufleben des Musikvereins zu äußern. Schon auf diese Einladung hin kamen viele Zusagen, dem Verein als aktives Mitglied beizutreten. So konnte er auch viele Wengerohrer überzeugen inaktives Mitglied zu werden. Das war dann der Startschuss zum Wiederaufleben des Musikvereins.

Mit der Führung der Musikkapelle wurde wieder Herr Adam Wagner betraut, der außer unserer Kapelle schon seit vielen Jahren die Musikkapellen Osann und Dörbach und seit einigen Jahren auch Bergweiler leitete. Während einiger Monate, in denen Herr Wagner infolge Krankheit verhindert war, die Übungsstunden der Kapelle zu halten, bemühte sich Herr Albert Justen erfolgreich um die weitere Ausbildung der Musiker.

Das Hauptproblem war zum Neubeginn nun die Beschaffung der Instrumente. Man einigte sich darauf, dass der Verein die Instrumente anschaffen solle, so dass die unangenehmen Erfahrungen aus der Vorkriegszeit sich nicht wiederholen könnten; denn als damals die Musiker von Wengerohr fortgingen, holten sie auch die eigenen Instrumente mit. Dadurch waren dem Musikverein nicht nur die Personen, sondern auch die Instrumente verlorengegangen. Mit jedem Musiker wird nun bei Herausgabe des ansprechenden Instrumentes ein Leihvertrag gemacht, der dem Musikverein seine Eigentumsrechte sichert.

Die Kosten der zunächst notwendigen lnstrumente wurden auf 2500 DM geschätzt. Da dem Verein keine Gelder zur Verfügung standen, mussten erfolgversprechende Finanzierungsquellen erschlossen werden. So legte man zunächst eine Spendenliste auf, durch die dem Verein ganz beachtliche Mittel zuflossen.

Als es dann endlich wieder losging, erinnerte man sich auch an mich, Jäb die alte Tuba, und so durfte ich, sicherlich als ältestes Instrument im Kreise des Orchesters wieder mit aufspielen.

In Bezug auf die Finanzierung des Vereins muss ich feststellen, hat sich in den 90 Jahren Musikverein nichts verändert. Es ist immer eine schwierige Aufgabe der Verantwortlichen das nötige „Kleingeld“ zu besorgen.

Hier sei noch bemerkt, dass in 1957, in dem Jahr des ersten großen Musikfestes nach dem Neubeginn, Herr Albert Justen, der „Lindenwirt“, den Dirigentenstab von Herrn Wagner übernahm. Albert formte den Musikverein musikalisch neu. Unvergessen sind die Aufführungen unter seine Leitung mit den Ouvertüren, Potpourries und klassischen Märschen.

Das Gasthaus „Zur Linde“ war ab diesem Zeitraum für viele Jahrzehnte auch das Vereins- und Probenlokal, zuerst in der alten Baracke, die im Garten der „Linde“ stand und dann später im „Lindensaal“.

In den Jahren 1959 und 1961 veranstaltete der Musikverein Wengerohr jeweils das jährlich stattfindende Kreismusikfest des Landkreises Wittlich. Im Übrigen sah und sieht der Verein es als seine Aufgabe bei allen örtlichen Festen und kirchlichen Anlässen musikalisch präsent zu sein.

Nach 27 Jahren übergab dann Herr Johann Spang den Vorsitz des Vereins im Jahr 1966 an unseren Bäckermeister Valerius´sen Walter. In 1968 wurde Herr Spang zum Ehrenmitglied ernannt.

Die neuere Zeit ab Ende der 1960-er Jahre bis 2001:

Justen´s Albert hat den Verein bis 1976 musikalisch geleitet. Weitere prägende Dirigenten waren in der Folgezeit:

1977 – 1982                           Gierden, Rudolf (Wallscheid)

1983 – 1994                           Reuland, Thomas (Hupperath)

1995 – 2000                           Käsbach, Klaus (Neef), Weingärtner, Harald (Wittlich), Müller, Horst (Lüxem)

ab 2004                                  Junk, Klaus, (Kesten) (dazu später mehr)

Unter Thomas Reuland wurde ein modernerer Musikstil erarbeitet. Immer wenn er den Dirigentenstab zur Seite legte, wussten die Musiker, jetzt ist Happy Sound angesagt.

Die Vorstandsarbeit wurde kontinuierlich in dem Zeitraum von den Vorsitzenden

1967 – 1972                           Valerius, Walter, Wengerohr

1972 – 1983                           Hayer, Hubert, Wengerohr

1984 - 1994                            Teusch, Hans Georg, Wengerohr

1995 – 2001                           Mechtel, Herbert, Wengerohr

geleitet.

… die Jugendarbeit

Die Anfangsjahre nach dem Neubeginn brachten es aber mit sich, dass insbesondere aus beruflichen Gründen aktive Musiker den Verein verlassen mussten und es notwendig wurde, gezielt „Jungen“ als Musiker zu gewinnen. So konnten 1964 14, 1965 9 und 1968 15 Jungmusiker die musikalische Ausbildung zunächst bei Thul´s Jakob und später bei Wagner´s Karl und Lombard´s Heinz beginnen. Das hieß, Ausbildung im Nebenraum in der „Linde“. Die Theorie wurde mittels Tafel und Kreide vermittelt. So kann ich mich noch erinnern, dass den Jungen die Aufteilung eines Taktes an Hand eines Kuchens, der je Taktart in Stücke aufgeteilt wurde, erklärt wurde. Nur blieb es leider bei dem gemalten Kuchen! Beim Musikfest 1969 ist dann die Jungen-Jugendgruppe des Musikvereins auch schon aufgetreten.

Es war ca. 1970, als eine wichtige Neuerung im Verein eintrat. Mit der Neuausbildung fanden auch Mädchen aus dem Dorf, wie Stroh´s Margret, Kerpen´s Hilde und Tuttlies´ ??? den Weg in den Verein. Von nun an sollten Musikerinnen und Musiker gleichermaßen das Vereinsgeschehen bestimmen.

Es wurde aber zu einer existenziellen Aufgabe des Musikvereins in der Folgezeit bis auf den heutigen Tag regelmäßig junge Menschen für die Musik und damit für den Musikverein zu gewinnen. Bis in die 1990-er Jahre wurde die Ausbildung hauptsächlich von Musikern aus dem Verein bestritten. Das war gut so, aber die Ansprüche der Jugendlichen und deren Eltern wuchsen, so dass die Ausbildung folgerichtig in professionelle Hände, hauptsächlich durch Zusammenarbeit  mit der Kreismusikschule, verlegt wurde.

Vereinsarbeit mit Jugendlichen ist aber mehr als nur Musikalische Ausbildung. Es war immer Bestreben der für die Jugendarbeit Verantwortlichen auch interessante Freizeitgestaltungen anzubieten. Zeltlager, tlw. über einen Zeitraum von einer Woche mit Wagner´s Karl in Biersdorf, oder an Wochenenden auf Grillhütten in der Umgebung, aber auch andere Aktivitäten waren ideale  Punkte den Zusammenhalt und das Vereinsbewusstsein zu stärken.

Ich kann aus meiner Sicht behaupten, dass der Verein ohne diese konsequente Ausbildung sicherlich nicht die 90 Jahre überlebt hätte.

… die Aktivitäten des Vereins

Bis Ende der 1960-er Jahre fanden die musikalischen Aktivitäten des Musikvereins vornehmlich in und in der Umgebung von Wengerohr statt. 1969 eröffnete sich für den Verein eine Partnerschaft mit der „Freien Sport- und Kulturvereinigung Hoof“ (bei Kassel) über den Sohn von Thul´s Jakob. Mit gegenseitigen Besuchen und musikalischen Auftritten bei Festen und Konzertabenden wurde diese Partnerschaft über einige Jahre gestaltet. Es war ein besonderer Ansporn bei diesen Konzerten sein Bestes zu geben. Manches ging auch mal schief. So erinnere ich mich, als während der Busfahrt einer der Musiker den Zapfhahn des mitgenommenen noch vollen Bierfässchens abtrat und das gute Helle damit schnell aufgebraucht war. Der Dirigent, Justen´s Albert, war ganz froh, dass so die musikalische Leistungsfähigkeit der Musiker erhalten blieb.

Apropos Veranstaltungen im Dorf. Hier war der Musikverein wie schon gesagt entscheidend dabei, so an der Wengerohrer Kirmes, den Festveranstaltungen der Vereine, den Fastnachtsveranstaltungen, den kirchlichen Festtagen. Aber auch viele eigene Veranstaltungen wurden durchgeführt, an die die Rouhrer und die Belinger sich noch gerne erinnern, z.B. an die Familienabende mit Unterhaltungseinlagen, die Konzerte, die jährlichen „Wanderungen mit Musik zum Wasserbaum“ inklusive dem Ständchen in Wahlholz, die „Dämmerschoppen“ an verschiedenen Plätzen im Dorf, den Herbstfesten „Federweißer, Zwiebelkuchen und Musik“.

1972 sollte die Wengerohrer Kirmes mal größer aufgezogen werden. Als Festplatz wurde der Platz neben Schons´en Gerda in der Bahnhofstraße gewählt. Es zeichnete sich ein heißes Wochenende ab, aber der Verein hatte keinen Kühlwagen. Warme Getränke durfte es aber auch nicht geben, Also, was tun? Freitags nach der Probe kam dann der entscheidende Einfall doch mal in der Molkerei bei Orth´en Trini nachzufragen, ob deren Kühlraum zur Kühlung der Getränke genutzt werden könnte. Das hat dann auch geklappt und der Verein konnte an allen Festtagen erfrischende Getränke anbieten, was dem Umsatz zugute kam.

Noch so ne´Geschichte. Bei der Fastnacht war der Musikverein ja auch immer dabei, zumindest beim Umzug und beim Abschluss bei Servatius´en. Abends war dann der Preismaskenball der Feuerwehr im Lindensaal. Da ging es immer hoch her und der Saal war zum Bersten voll. Einige Musiker hatten dann nach einem Umzug eine richtig tolle Idee. Der Lindensaal müsste vergrößert werden. Da Justen´s dies aber nicht wollten, gründeten die Musiker eine „Rouhrer Zentralbank“ mit dem Ziel durch den Aktienverkauf Geld für den „Ausbau des Lindensaales als Vergnügungszentrum“ zu sammeln. Gesagt getan. Kurzentschlossen wurden Aktien gefertigt, die abends während dem Preismaskenball zum Preis von 5,00 DM verkauft werden sollten. Das hat dann auch geklappt. Follmann´s Werner und Teusch´en Hans Georg haben 50 Aktien verkaufen können. „Das Startkapital war also da!“ Montags kam dann im wahrsten Sinne des Wortes die Ernüchterung. Aber was machen mit dem Startkapital? Da kamen den Musikern die glorreiche Idee, das Geld den Anlegern wieder zurückzuzahlen und zwar mit einer Dividende von 1 Pfennig. Die Dividende wurde mit dem schriftlichen Hinweis zurückgezahlt, dass die „Rouhrer Zentralbank die Einlage von 5,00 DM bis zum Aschermittwoch verwahrt habe“. Danach hat die „Rouhrer Zentralbank“ aber nach meiner Kenntnis keine Aktien mehr ausgegeben.

Der Klein´s Johannes war über Jahre hin Posaunist in unserem Verein. Dann hat er sich in Dortmund niedergelassen und sich dem Musikzug FS 98 Dortmund-Scharnhorst angeschlossen. Das war dann die Gelegenheit für unseren Verein eine freundschaftliche Beziehung zu dem Musikzug aufzubauen. Unvergessen sind die gegenseitigen Besuche hier in Wengerohr und in Dortmund. Neben dem Musikalischen waren auch sportliche Wettbewerbe zu bestreiten. Es war immer was los mit Klaus Römermann, Hartmut Ott & Co. Als die Dortmunder uns 1984 das erste Mal besuchten, brachten sie als Gastgeschenk entsprechend ihrer Bergbaugeschichte Steinkohle mit. Wir hatten aber auch etwas zu bieten: Schließlich haben wir auch Bodenschätze, so dass wir einen Sack Kartoffeln als Gegengeschenk übergaben. Einige Musikerinnen und Musiker aus unseren Reihen haben den Musikzug u.a. beim Bundesturnfest in Berlin im Jahr 1987 unterstützt. Ein besonderes Highlight war für uns Wengerohrer der Auftritt anlässlich der Bundesgartenschau 19?? .. in Dortmund.

Im Oktober 2003 fand wieder einmal ein Besuch aus Dortmund statt.

Leider hatte der Bus bei der Hinfahrt einen Motorschaden, was zur Folge hatte, dass die Ankunft in Wengerohr vier Stunden später als geplant erfolgte. Unsere Freunde saßen also vollkommen unterhopft und orientierungslos auf einem verwaisten Autobahnparkplatz in der Nähe von Bonn fest.

Lindens Matti, hatte damals die rettende Idee, und zwar die Reaktivierung eines ehemaligen Wengerohrer Musikers, der heute in Bonn-Meckenheim lebt. Ein Anruf genügte und besagter Musiker, namentlich Lerchen Alfred packte einige Kisten Bier in sein Auto und verpflegte die durstigen Kehlen, was jedoch auch zur Folge hatte, dass die Freunde in einem etwas schlechteren Allgemeinzustand als erwartet endlich in Wengerohr ankamen.

Seit den 1980-er Jahren hatte der Musikverein auch immer wieder die Gelegenheiten anlässlich von Kurkonzerten am Sonntagmogen in den Nachbarstädten Bernkastel-Kues, Traben-Trarbach, Daun und Bad Bertrich zu musizieren. Das waren immer wieder besondere Herausforderungen.

… es gibt auch mal ein „Tief“ ...

Ab Mitte der 1990-er Jahre galt es dann auch mal eine schwierige Zeit im Vereinsgeschehen zu überstehen. Es gab mehrere Dirigentenwechsel, aber auch auseinanderdividierende Strömungen hinsichtlich der Ausrichtung des Vereins. Das hatte natürlich auch zur Folge, dass die aktive Mitgliederzahl schrumpfte und man nur noch bedingt „spielfähig“ war. Erst mit dem leider viel zu früh verstorbenen Dirigenten Klaus Junk aus Kesten in Zusammenarbeit mit dem Vorsitzenden, Mechtel´s Herbert, war es zu verdanken, dass die Umkehr geschafft wurde. Junk`s Klaus übernahm ein Orchester mit nur 14 aktiven Musiken. Ja man kann sagen, beide haben mit Herzblut dafür gekämpft, dass der Verein zusammenblieb und sich neuen Aufgaben widmete.

Willkommen in der Neuzeit

Ab jetzt möchte ich die Entwicklung des Musikvereins chronologisch weitererzählen, denn es passierte recht viel, wie man im Folgenden lesen darf.

2001 wird ein neuer Vorstand gewählt. Dieser hat sich sehr viel vorgenommen, man möchte den Verein neu aufbauen. Folgende Ziele werden intensiv angegangen: Konzeptionierung der Jugendausbildung, finanzielle Absicherung, neue Satzung, Geschäftsordnung, Gründung einer Jugendabteilung, Einführung einer Vereinssoftware.

Es werden Instrumente für die Ausbildung gekauft und an die Musiker und Musikerinnen vermietet.

Der Musikverein entwickelt sich zu einer kleinen Firma.

Die Grundschullehrerin, Frau Freyer, bietet eine Blockflötenausbildung für den Musikverein an. Die Kinder sind begeistert von der freundlichen Lehrerin und machen sehr schnell gute Fortschritte beim Musizieren. Insgesamt sind nun36 Kinder und Jugendliche in der Ausbildung

Im Juli 2004 verlässt Klaus Junk nach vorheriger Ankündigung den Verein. Sozusagen als Abschiedskonzert für Klaus musizierten wir stellvertretend für den Kreismusikverband Bernkastel-Wittlich anlässlich des Rheinland-Pfalz-Tages in Oppenheim-Nierstein, am 15. Mai 2004 auf der Bühne des Landesmusikverbandes. Ich kann Euch sagen, da hätte ich auch sehr gerne mitgespielt. Prominenten Besuch und auch ein Lob für unsere Musik gab es von unserem damaligen Ministerpräsidenten Kurt Beck.

Auf die Ausschreibung des Dirigats gab es viele Bewerber. Ein Dirigent kommt sogar extra zweimal aus Holland um sich vorzustellen.

Der Verein entscheidet sich für Heiko Maasmann aus Neef.

Nachdem die Familie Justen den Betrieb der „Linde“ aufgegeben hat, wurde es für den Musikverein schwieriger im Lindensaal kontinuierlich die Arbeit, insbesondere der Proben, weiterzuführen. Der Verein suchte Ausweichquartiere im Pfarrheim, in der Hauptschule, in der Liesertalschule. Diese Lokalitäten waren aber nur bedingt geeignet, da Nutzungskonflikte mit anderen Nutzern die Probenarbeit behinderten.

Ich hing übrigens über viele Jahre aufpoliert und außerordentlich attraktiv im Lindensaal. Somit durfte ich sozusagen an allen Musikproben als Gast teilnehmen.

Die Verantwortlichen unter Leitung vom Vorsitzenden Linden´s Matthias wagen dann einen neuen Schritt. 2005 übernimmt der Verein neue Probe- und Ausbildungsräume bei Neumanns Maria in der Eifelstraße. Es ist schon außerordentlich erstaunlich, mit welch großem Fleiß alle mit anpackten und die Räume renovierten und gestalteten. So mancher Arbeitstag endete erst am frühen Morgen des nächsten Tages. Mit diesem Enthusiasmus und ausgeprägten Engagement blüht der Verein sehr schnell auf.

Man spricht im Dorf sehr positiv über den Musikverein Wengerohr. Erstmals finden auch Gespräche über ein Vereinshaus in Wengerohr statt.

2006 ist ein sehr entscheidendes Jahr. Der Dirigent Heiko Maasmann verlässt den Musikverein. Von April bis August übernimmt Helmut Schmitz aus Plein die musikalische Leitung.

Der Vorstand beginnt mit einer intensiven Suche nach einem neuen Dirigenten. Inserate werden auch auf der Internetseite des Landesmusikverbandes geschaltet. Es meldet sich ein sehr interessierter Dirigent: Mike Neuner aus Newel. Mike wird zum Probedirigat eingeladen, damit man sich gegenseitig beschnuppern kann. Noch am selben Abend setzen sich der Vorstand und Mike zusammen und bespricht eine mögliche Zusammenarbeit.

Einige Tage später wird man sich einig und Mike übernimmt sowohl das Jugend- als auch das Große Orchester. Das ist ein absoluter Glücksfall für den Verein. Musikalisch geht es nun steil aufwärts. Ausschlaggebend für Mikes Entscheidung war die gute Organisation des Vereins, sowie die eigenen Probe- und Ausbildungsräume.

Apropos Schnuppern: Es werden Schnuppernachmittage durchgeführt, um Kindern und Jugendlichen Musikinstrumente vorzustellen.

Die jungen Leute dürfen nach Lust und Laune alle Blas- und Schlaginstrumente ausprobieren und machen hiervon auch ordentlich Gebrauch. An diesen Schnuppertagen beginnt, noch ungeahnt, so manche musikalische Karriere.

Der Verein verzeichnet auch Zuwachs von gestandenen Männern, die es nochmal wissen wollen, wie zum Beispiel Thetard´s Alfred und Müller´s Gerd, die sich meinen jüngeren Kollegen, den Tuben, annahmen.

Der Verein schafft dann auch noch zwei neue Tuben an. Mich fragt man natürlich nicht, ich hänge nach wie vor in der Linde und bekomme von den neueren Entwicklungen nur vom Hören etwas mit. Musikalisch ist nun ein neuer Klangkörper entstanden. Das Orchester spielt erstmals symphonische Blasmusik.

Tja, das liebe Geld… Der Vorstand gibt sich viel Mühe und erschließt neue Finanzquellen, die es erlauben, den Klangkörper des Orchesters zu erweitern, was ganz im Sinne des Dirigenten ist.

Man investiert eine Menge Geld und beschafft Instrumente wie Bassklarinetten, Baritonsaxophon, Pauken, Percussion, Klavier und eine Beschallungsanlage.

Nachdem 2005 erstmals über einen Bau eines Jugend-und Bürgerhauses in Wengerohrer nachgedacht wurde, findet 2008 die Gründungsversammlung des Vereines „Jugend-und Bürgerhaus“ kurz JuB genannt, unter Beteiligung des Musikvereins statt.

Am 15. September 2007 veranstaltet der Musikverein ein Fest im Hof des von den neuen Besitzern Rosi Steinmetz und Alfred Thetard liebevoll restaurierten ehemaligen Bauerngehöfts Ambrosius (Brosen´s Hof) unter dem Motto „Kultur im Hof“ statt. Millionen Leute kommen und feiern ausgelassen trotz eisiger Kälte bis tief in die Nacht. Es kommen so viele Gäste, dass man schon am frühen Abend nach Wittlich fahren muss, um die letzten Braten beim Bungert zu kaufen.

Die Musik in diesem Hof hat schon eine lange Tradition, ich kann mich noch gut daran erinnern, dass der Musikverein in den 50-er Jahren hier sonntagsnachmittags zum Tanz aufspielte.

Am 17. November 2007 findet dann das erste Konzert mit Mike Neuner statt. Gleichzeitig ist dies auch das letzte Konzert im Gasthaus zur Linde. Ich habe von meinem Ehrenplatz aus das Konzert verfolgt und kann sagen, dass ich ganz schön beeindruckt von der Leistung des Orchesters war.

Bei einem Musikstück, es hieß „Musiker Streik“, tobte der ganze Saal vor Vergnügen, weil plötzlich während des Vortrags nach und nach sämtliche Musiker von der Bühne gingen, bis dann am Ende der Dirigent aufgab und nur noch der Schlagzeuger spielte.

13./14. September 2008 wird ein Western- und Hoffest bei Monzel´s Hilde und Franz (Schottisch´s Hof) veranstaltet. So was gab es in Wengerohr auch noch nicht. Die Vorbereitungen sind erheblich. Hilde und Franz erkennen ihren Hof am Samstagabend nicht wieder. Der Maschinenraum ist zum Saloon geworden, der Hof steht voller Zelte mit bunten Lichtern, am Ende des Hofes steht ein 40-Tonner-LKW, der als Bühne für eine Westernband dient.

Das Fest lockt viele Gäste an und es wird ausgelassen und fröhlich gefeiert.

Die musikalische Qualität des Orchesters wird immer besser. Dies zeigt sich 22. November 2008 beim ersten Konzert in der Turnhalle der Liesertalschule in Wengerohr. Der Verein hat die Turnhalle mit großem Aufwand in einen Konzertsaal verwandelt.

Das Jugendorchester ist mit 23 Kindern besetzt und das Große Orchester spielt mit 34 Musikerinnen und Musikern

Im Jahr 2009 zeigt der Musikverein beim Wertungsspielen in Neustadt an der Weinstraße was er musikalisch drauf hat. Die Wertungsrichter gaben uns ein „sehr gut“.

Das Konzert „Einfach tierisch“, am 22.11.2009 ist etwas Besonderes. Der Musikverein bringt musikalisch die Dinsosaurier auf die Bühne. Dies ist ein Hörerlebnis der besonderen Art. Zuvor gab es heftige Diskussionen wegen des Musikstückes „Dinosaurier“, weil einige der Meinung waren, dass die Zuhörer das nicht mögen. Nachdem sich jedoch Dirigent und Vorstand einig waren und das Stück aufgeführt wird, zeigt sich im Anschluss ein begeistertes Publikum.

Ich darf auch zuhören, natürlich als Ehrengast, dessen großer Auftritt noch aussteht. Die Leute werfen im Anschluss an das Konzert so viel Geld in mich hinein, dass ich fast fürchte zu platzen.

Am 20.Oktober 2010 gibt der Verein ein Konzert in der Klosterkirche St. Paul. Erstmals sitzen wieder über 50 Musiker auf der Bühne. Das Konzert ist von symphonischer Blasmusik geprägt und zeigt, dass der Verein weiterhin große Fortschritte in seiner musikalischen Entwicklung macht.

2011:

Zum 85. Geburtstag,  findet ein tolles Konzert unter dem Motto: „Durch Raum und Zeit“ wiederum in der Liesertalschule statt. Der Andrang zum Konzert ist enorm, sodass schnell noch mehr Stühle organisiert werden müssen.

Das Orchester präsentiert wieder einmal ein tolles Konzert und ich bin natürlich auch als Spendentuba dabei.

Ach ja; einen Weltrekord haben wir in diesem Jahr sogar auch noch aufgestellt. Da war was los, zu Hunderten haben die Musiker und Musikerinnen in Kröv gestanden und gemeinsam gespielt und die längste Blaskapelle der Welt gebildet

Die Jahre von 2012 bis 2014 sind geprägt von sehr guten Konzerten.

Der Musikverein Wengerohr beweist, dass man mit viel Fleiß und Engagement viel erreichen kann.

Ob Konzerte in der Kirche, im Konzertsaal oder auch auf den Festen der Umliegenden Orte, überall hört man gerne dem Orchester zu und gibt wohlwollend Beifall und Lob.

Nachdem sich der neue Verein Jugend- und Bürgerhaus sehr fleißig mit dem Umbau des alten Feuerwehrhauses in Wengerohr beschäftigt hat, findet nach mehr als 1.200 Arbeitsstunden im März endlich der Umzug in den neuen Proberaum statt. Der Abschied von Neumannn‘s Maria fällt schwer, denn man hat hier sehr viel erlebt und man ist Maria sehr dankbar für ihre Unterstützung.

Am 15. Januar 2015 wird Oliver Dillenburger zum neuen 1. Vorsitzenden des Musikvereins Wengerohr gewählt.

Erstmals findet das Jahreskonzert im neuen Jugend-und Bürgerhaus statt.

Natürlich findet auch im Jahr 2016 ein Konzert statt, und zwar ein ganz besonderes: Der Musikverein Wengerohr feiert seinen 90. Geburtstag.

Viel ist in diesen 90 Jahren passiert und viele sind gekommen um mitzuspielen. Viele sind leider auch schon von uns gegangen. Jedoch sind sie unvergessen und so mancher von ihnen hat das Vereinsleben in Wengerohr entscheidend mitgeprägt.

Ach ja, der geneigte Leser möchte sicherlich wissen was eigentlich aus mir, der alten Tuba geworden ist.

Tja, mich gibt es immer noch und ich werde noch immer bei jedem Jahreskonzert als „Spendentuba“ eingesetzt. So bin ich immer dabei und darauf bin ich sehr stolz und gespannt, wie es mit meinem Musikverein Wengerohr weitergeht.

Sie doch auch, oder?

 

Dirigenten des MVW

1926 – 1957                           Wagner, Adam, Wengerohr  (dazwischen Herr Müller Kröv ???)

01.01.1957 – 31.12.1976       Justen, Albert, Wengerohr

01.01.1977 - 1977                  Liesch, Heinz, Morbach

1977 – 1982                           Gierden, Rudolf, Wallscheid

1983 – 31.12.1994                 Reuland, Thomas, Hupperath

dazwischen                            Kuhnen, Johann, Salmrohr

01.01.1995 – Mitte 1995        Käsbach, Klaus, Neef

Mitte 1995 – Ende 1995         Weingärtner, Harald, Wittlich

01.01.1996 – 31.03.2000       Müller, Horst, Lüxem

11.04.2000 – 30.06.2004       Junk, Klaus, Kesten

01.07.2004 – 03.04.2006       Massmann, Heiko, Neef

04.04.2006 – 31.08.2015       Schmitz, …, Plein

01.09.2006 – 31.10.2016       Neuner, Mike, Aach

01.01.2017 –                          Carolin Welter, Hetzerath

 

Vorsitzende des MVW

1926 – 1927                           Schneider, Matthias, Wengerohr

1927                                       Zisch, Karl, Wengerohr

1927 – 1949                           Spang, Jakob, Wahlholz

1955 – 1966                           Spang, Johann, Wahlholz

1967 – 1972                           Valerius, Walter, Wengerohr

1972 – 1983                           Hayer, Hubert, Wengerohr

1984 - 1994                            Teusch, Hans Georg, Wengerohr

1995 – 2001                           Mechtel, Herbert, Wengerohr

2001 - 2015                            Linden, Matthias, Belingen

2015 -                                     Dillenburger, Oliver, Wengerohr